icon The Wall of China im Mungo NP

Durch eine typische Outback Gegend mit den kleinen stachligen Büschen und Sträuchern, dem bis zum Horizont flachen Land und dem wolkenlosen heißem Atem der Luft fuhren wir zum Mungo NP. Auf der unbefestigten Strasse passierten wir nach 88 Kilometern die Lodge und das Visitor Centre, das noch geschlossen hatte. Jetzt sind es nur noch 11 Kilometer bis zum „Wall of China“. Das ist die oft erwähnte 30 Kilometer lange ehemalige Sanddünenformation. Auf der Mungo Station, einer um 1860 als Gol Gol Station gegründeten Schafffarm, arbeiteten zunächst sogar eine Anzahl der Barkindji Ureinwohner, die den Farmbetrieb 1860, als viel Weiße vom Goldrausch in Australien erfasst ihren Arbeitsplatz verließen, aufrecht erhielten. 1870 kamen dann viele erfolglose chinesische Miner zur Arbeit auch in dieses Gebiet. Sie waren es, die die tausende Zypressen fällten, aus denen die Gebäude und die Scherstation gebaut wurden. So entblößten die unwissenden Siedler das dem westliche Seeufer folgende Land. So destabilisierten sie den Boden.  

Die kontinuierliche „Entblößung“ des Landes, die unverhältnismäßig große Zahl der Schafe, die Kaninchenplage (The Desert Maker!) und die große Dürre zwischen 1898 und 1890 brachte fatalen Folgen für Land und Landwirtschaft. Und viele der Siedler kämpften ums blake Überleben. Man vermutet heute, dass die durch den Raubbau an den Bäumen nunmehr ungehindert durch das Land jagenden Winde nicht nur Zäune, Hallen und Wasserbehälter mit Sand begruben, sondern auch die Auftürmung der Mungo Lunette beschleunigten. Gesichert ist, dass die Lunette natürlich auch den Chinesen auffiel. Und die stellten sofort eine Ähnlichkeit zur großen chinesischen Mauer her. So entstand der Name „Wall of China“. 

Mit dem Selbstfahrer Guide „Driving the Mungo Story“ starteten wir am Visitor Centre den Rundkurs um den Lake Mingo. Wichtig dabei ist, dass man sich an die Vorgaben hält, weil der Rundkurs eine Einbahnstrasse ist, auf der bei falscher Richtung das Wenden dann oft unmöglich erscheint.Vom Parkplatz kann man ein Stück auf schon gelegten Plattenwegen zwischen den bizarren und skurrilen Sandformationen laufen. An anderen Stellen hat man schon die Schwellen abgeladen, den Weg aber noch nicht begonnen.  

Hier vom Parkplatz beginnt dann der 60 Kilometer lange „one way“ Rundkurs, der uns zunächst durch den Dünenbereich der Chinesischen Mauer führt. Wir fahren erst ein Stück südlich durch den Lake Mungo, der seit 18 Tausend Jahren trocken ist. Die Erosion hat im Sand ganze Areale frei gelegt, in denen man von den Ureinwohnern an auch Gegenstände für den täglichen Gebrauch, wie zum Beispiel Muschelschalen, gefunden hat. Am Red Top Tank sind Hinweistafeln über Flora und Fauna im Mungo NP aufgestellt. Denn die hier wachsen Pflanzen, die das Überleben der Kängurus garantieren. Trotzdem, es ist abgesehen vom Wall, eine trockene, öde, langweilige und staubige Fahrt durch diesen Teil des Weltkulturerbes.  

DerAutor Dieter Tischendorf hat im ditido Verlag seine Erlebnisse in Australien veröffentlicht.

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